27.01.2017

Jahresbericht 2016

Das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück, das durch einen reibungslosen elektronischen Registerbetrieb bei unvermindert hohen Registrierungszahlen aus der Testamentsverzeichnisüberführung und weiteren Verbesserungen der Benutzeroberfläche gekennzeichnet war.

Zum 31. Dezember 2016 waren im Zentralen Testamentsregister etwa 19,8 Millionen Registrierungen und rund 15,7 Millionen erbfolgerelevante Urkunden, also vor allem Testamente und Erbverträge, gespeichert. Damit stieg im Berichtszeitraum die Zahl der Registrierungen (+ 3,37 Millionen) und die Zahl der erbfolgerelevanten Urkunden (+ 3,1 Millionen) im Vergleich zum Vorjahr weiter an. Dieser erneute Zuwachs beruhte wie in den Vorjahren im Wesentlichen auf den Nachregistrierungen von Urkunden, die vor Aufnahme des Registerbetriebs am 1. Januar 2012 errichtet worden waren (+ ca. 2,7 Millionen; 2015: + 5,1 Millionen).

 

Die Zahl der Neuregistrierungen betrug rund 522.000 (2015: 675.000). Wie in den vergangenen Jahren entfiel auch im Jahr 2016 der Hauptteil dieser Neuregistrierungen auf notarielle erbfolgerelevante Urkunden (ca. 91 %; 2015: 93 %). Eigenhändige (gemeinschaftliche) Testamente machten dementsprechend nur ca. 9 % (2015: 7 %) der Neuregistrierungen aus. Gemessen am Bevölkerungsanteil stammten die meisten Registrierungen aus den Bundesländern Saarland, Bremen und Schleswig-Holstein, die wenigsten aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Berlin und Sachsen.

 

Das Zentrale Testamentsregister verarbeitete im Berichtszeitraum etwa 945.000 Sterbefallmitteilungen (2015: 965.000). Die Standesämter übertrugen diese Mitteilungen an das Zentrale Testamentsregister fast ausschließlich auf elektronischem Wege (99 %; 2015: 98 %). Im Jahresdurchschnitt konnten bei über der Hälfte der Sterbefälle (51 %) mindestens eine im Zentralen Testamentsregister gespeicherte Registrierung zugeordnet und die Verwahrstelle zur Ablieferung aufgefordert werden („Treffer“). Damit hat sich die Trefferquote gegenüber dem Vorjahreswert nochmal um 10% gesteigert (2015: 41 %). Dieser Zuwachs ist unmittelbare Folge der Testamentsverzeichnisüberführung.

 

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit des Zentralen Testamentsregisters lag auch im Berichtszeitraum auf der Testamentsverzeichnisüberführung, die die Bundesnotarkammer im gesetzlichen Auftrag durchgeführt hat. Bis Jahresende 2016 wurden  neben der ehemaligen Hauptkartei für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin die Testamentsverzeichnisse aus den 16  Bundesländern vollständig in das Zentrale Testamentsregister überführt.. Seit Beginn der Testamentsverzeichnisüberführung konnten nunmehr alle der insgesamt rund 4.700 Standesämter angefahren und etwa 8,5 Millionen der rund 13,5 Millionen Verwahrungsnachrichten über erbfolgerelevante Urkunden (sog. Gelbe Karten) abgeholt sowie digital erfasst werden. Hinzu kommen insgesamt rund 4 Millionen  Mitteilungen über nichteheliche oder einzeladoptierte Kinder (sog. Weiße Karten), die ebenfalls Relevanz für das Nachlassverfahren haben können und daher gleichermaßen in das Zentrale Testamentsregister zu überführen waren. Die Testamentsverzeichnisüberführung wurde planmäßig am 14. Oktober 2016 und damit deutlich vor dem Fristende am 31. Dezember 2016 abgeschlossen.

 

Das Zentrale Testamentsregister bot auch im Jahr 2016 einen unbürokratischen Service für Nachlassgerichte, Notarinnen und Notare sowie für Bürgerinnen und Bürger. Allein über die gebührenfreien Service-Rufnummern des Zentralen Testamentsregisters konnten im Berichtszeitraum wieder mehr als 20.000 Anfragen beantwortet werden.

 

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