07.06.2013

Weiße Karteikarten werden ins Zentrale Testamentsregister überführt

Der Bundesgesetzgeber hat beschlossen, auch die sogenannten Weißen Karteikarten ins Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer zu überführen. Dabei handelt es sich um Mitteilungen über die Geburt eines nichtehelichen Kindes oder die Adoption eines Kindes durch eine Einzelperson.

Die Geburt oder Adoption dieser Kinder wurde nach dem bis zum 31.12.2008 geltenden Recht weder in den von den Standesämtern geführten Familienbüchern noch beim Geburtseintrag des Vaters oder der Mutter vermerkt. Um sicherzustellen, dass diese Kinder dennoch im Todesfall bei der Feststellung der Erbfolge berücksichtigt werden, wurden vom 1. Juli 1970 bis zum 31.12.2008 Testamentskarteien mit weißen Karteikarten geführt, auf denen die Geburt bzw. Adoption vermerkt war. Im Todesfall wurde die Weiße Karteikarte vom Geburtsstandesamt des Erblassers gemeinsam mit etwaigen Verwahrungsnachrichten an das Nachlassgericht gesandt. Die Karten werden derzeit noch bei den Geburtsstandesämtern gemeinsam mit den Verwahrungsnachrichten verwahrt.

 

Im Zuge der Testamentsverzeichnisüberführung stellte sich die Frage, ob diese Karten weiterhin bei den Standesämtern behalten oder gemeinsam mit den Verwahrungsnachrichten ins Zentrale Testamentsregister übernommen werden sollten. In § 9 TVÜG hat sich der Bundesgesetzgeber nunmehr für eine Überführung ins Zentrale Testamentsregister entschieden.

 

Das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer  wird zukünftig daher nicht nur die Auffindbarkeit von Testamenten und sonstigen erbfolgerelevanten Urkunden im Todesfall gewährleisten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des gesetzlichen Erb- und Pflichtteilsrechts leisten.

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