Rücknahmen aus der amtlichen Verwahrung

Alle ab 1.1.2012 erfolgenden Rücknahmen von erbfolgerelevanten Urkunden aus der amtlichen Verwahrung sind im Zentralen Testamentsregister zu erfassen. Das gilt auch, wenn zu der betroffenen Urkunde noch keine Registrierungen vorhanden sind. Die Registerpflicht besteht unabhängig davon, ob die Rückgabe der Urkunde Widerrufswirkung hat.

 

Sind im Zuge der Rücknahme-Registrierungen Verwahrangaben zu einzelnen an der Urkunde beteiligten Erblassern nachzuerfassen, teilt die Bundesnotarkammer diese Nacherfassungen dem zuständigen Standesamt mit. Dort werden daraufhin vorhandene gelbe Karteikarten zu der Urkunde aus dem Testamentsverzeichnis entfernt. Dadurch wird vermieden, dass für zurückgenommene Urkunden im Zuge der Testamentsverzeichnis-Überführung Registrierungen im ZTR angelegt werden.

 

Die Registrierung der Rücknahme ist generell gebührenfrei; das gilt auch für alle in diesem Zusammenhang erforderlichen Nachregistrierungen. ZTR-Gebühren fallen insoweit nicht an.

 

Vor 2012 wurden Rücknahmen aus der amtlichen Verwahrung nicht dokumentiert. Deshalb werden auch vor 2012 zurückgenommene Urkunden in den Testamentsverzeichnissen noch durch gelbe Karteikarten repräsentiert. Diese werden auch in das Testamentsregister überführt; entsprechende Fehlbenachrichtigungen im Sterbefall sind die Folge. Es besteht daher die Möglichkeit, früher erfolgte Rückgaben nachzuregistrieren.

Siehe auch: VERWAHRUNG

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