Erbeinsetzung

Das deutsche Erbrecht folgt dem Grundsatz der Gesamtrechtsnachfolge: Der Erbe übernimmt die Position des Erblassers und wird aus dem Nachlass vollständig berechtigt und verpflichtet. Dabei haftet er grundsätzlich auch mit seinem eigenen Vermögen für Schulden aus dem Nachlass. Nimmt der Erblasser keine Erbeinsetzung vor, greift die gesetzliche Erbfolge ein. In einem Testament oder Erbvertrag kann jedoch auch jede andere Person zum Erben berufen werden.

 

Ausgestaltung der Erbeinsetzung

Der Erblasser muss die Erben nicht unbedingt namentlich bezeichnen.

 

Beispiel

Der Erblasser bestimmt in seinem Testament: „Zu meinen Erben berufe ich meine Kinder und Enkel, die zum Zeitpunkt meines Todes leben, gemäß der gesetzlichen Erbfolge erster Ordnung“. Diese Erbeinsetzung kann objektiv bestimmt werden und ist daher wirksam.

 

Allerdings muss immer auf Eindeutigkeit geachtet werden. Eine Erbeinsetzung muss im Wortlaut des Testaments wenigstens angedeutet werden. Umstände, die außerhalb des Testaments liegen, werden bei der Auslegung nur berücksichtigt, wenn sie objektiv bestimmbar sind. Ungeeignet für die Erbeinsetzung ist beispielsweise der Verweis auf die Entscheidung eines Dritten. Denn im deutschen Erbrecht gilt der Grundsatz der Selbstentscheidung.

 

Im Bereich der Erbeinsetzung werden ohne rechtliche Beratung häufig Fehler gemacht, die später für Erbstreitigkeiten sorgen. Daher hat der Gesetzgeber für Testamente ausdrücklich auch die notarielle beurkundete Variante vorgesehen, bei der Testierform des Erbvertrags sogar zwingend vorgeschrieben.

 

Auswahl des Erben

Der Erblasser ist in der Wahl seiner Erben frei. In der Regel ist es sinnvoll, denjenigen zum Erben zu berufen, bei dem auch der Großteil des Vermögens verbleiben soll.

Erbfähig ist jeder Mensch, auch der ungeborene, wenn er bereits gezeugt wurde. Daneben können aber auch juristische Personen, wie zum Beispiel Vereine, Stiftungen und Kapitalgesellschaften zu Erben berufen werden. Das gleiche gilt für die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG) sowie für die im Rechtsverkehr auftretende Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Nicht erbfähig sind dagegen Tiere; es gibt jedoch auch Gestaltungen, um für diese Vorsorge zu treffen.

Der Erblasser kann auch über die Anzahl der Erben frei bestimmen. Beruft er mehrere Erben, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Alleineigentum an einem Gegenstand aus dem Nachlass können die Erben dann erst durch eine Auseinandersetzung des Erbes erlangen. Wie der Anteil, der ihnen zusteht, konkret ausgestaltet werden soll, kann der Erblasser durch eine Teilungsanordnung selbst bestimmen.

Siehe auch: ERBEINSETZUNG ERBENGEMEINSCHAFT ERBFOLGE

Glossar

  • 11.04

    2018

    Jahresbericht 2017

    Das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück, das durch einen reibungslosen elektronischen Registerbetrieb bei unvermindert hohen Registrierungszahlen und weiteren Verbesserungen der Benutzeroberfläche gekennzeichnet war.

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  • 27.01

    2017

    Jahresbericht 2016

    Das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück, das durch einen reibungslosen elektronischen Registerbetrieb bei unvermindert hohen Registrierungszahlen aus der Testamentsverzeichnisüberführung und weiteren Verbesserungen der Benutzeroberfläche...

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  • 28.11

    2016

    Abschluss Testamentsverzeichnisüberführung

    Wir freuen uns mitteilen zu können, dass die Testamentsverzeichnisüberführung planmäßig abgeschlossen werden konnte. Neben der Hauptkartei für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg wurden die Testamentsverzeichnisse aus den 16 Bundesländern in das Zentrale Testamentsregister vollständig überführt.

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  • 25.01

    2016

    Zentrales Testamentsregister - Jahresbericht 2015

    Das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück, das durch einen reibungslosen elektronischen Registerbetrieb bei unvermindert hohen Registrierungszahlen aus der Testamentsverzeichnisüberführung und weiteren Verbesserungen der Benutzeroberfläche...

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  • 19.05

    2015

    Halbzeit in der Testamentsverzeichnisüberführung!

    Die Testamentsverzeichnisüberführung ist nun in jedem zweiten der 16 Bundesländer abgeschlossen. Bis Mitte Mai 2015 konnten neben der ehemaligen Hauptkartei für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin die Testamentsverzeichnisse der Standesämter in Bremen, Hamburg, Hessen,...

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  • 13.01

    2015

    Zentrales Testamentsregister - Jahresbericht 2014

    Das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Der elektronische Registerbetrieb verlief auch im abgelaufenen Kalenderjahr reibungslos.

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  • 08.01

    2015

    Privilegierung des Betriebsvermögens bei der Erbschaftsteuer verfassungswidrig

    Mit Urteil vom 17. Dezember 2014 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Regelungen des Erbschaftsteuer‑ und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) zur Verschonung von Erbschaftsteuer beim Übergang betrieblichen Vermögens in Teilen verfassungswidrig sind.

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  • 25.11

    2014

    Hessen als sechstes Bundesland vollständig ins Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer überführt

    Die Testamentsverzeichnisüberführung schreitet planmäßig voran! Bislang konnten neben der ehemaligen Hauptkartei für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin die Testamentsverzeichnisse der Bundesländer Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen...

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  • 22.05

    2014

    Überführung des Hauptverzeichnisses für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg abgeschlossen

    Die Testamentsverzeichnisüberführung hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Seit dem 30. April 2014 ist die Überführung des Hauptverzeichnisses für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin abgeschlossen.

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  • 06.01

    2014

    Jahresbericht 2013

    Das Zentrale Testamentsregister der Bundesnotarkammer arbeitete auch im Jahr 2013 erfolgreich und reibungslos. Per 31.12.2013 waren bereits mehr als 2,5 Millionen Registrierungen und ca. 1,8 Millionen erbfolgerelevante Urkunden im Zentralen Testamentsregister gespeichert.

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Vorsorgeregister

Das Zentrale Vorsorgeregister (ZVR) ist das bundesweite Register für Vorsorge- vollmachten und Patientenverfügungen

Vorsorgeregister