Vermächtnis

Mit der Erbeinsetzung wird der Erbe gemeinschaftlich mit allen anderen Erben aus dem gesamten Nachlass berechtigt und verpflichtet . Eine Erbeinsetzung auf einen bestimmten Gegenstand gibt es im deutschen Erbrecht nicht. Will der Erblasser einen konkreten Gegenstand zuwenden, kann er daher lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch begründen. Diesen kann der Begünstigte dann gegen die Erbengemeinschaft geltend machen. Eine solche Begünstigung nennt man Vermächtnis.

 

Vermächtnisse können unterschiedlich ausgestaltet werden. Denn als Gegenstand eines Vermächtnisses kommt alles in Frage, was auch Gegenstand eines Anspruchs sein kann. Durch ein Vermächtnis kann der Erblasser daher nicht nur Eigentum zuwenden sondern auch Nutzungsrechte, Nießbrauch, Wohnrechte, Renten etc. Außerdem kann ein Vermächtnis bedingt oder befristet werden. Ein Vermächtnis kann als sog. Vorausvermächtnis auch einem Erben zugewendet werden.

 

Die Gestaltungsmöglichkeiten eines Vermächtnisses sind nahezu unbegrenzt. Ein klassischer Anwendungsbereich des Vermächtnisses ist die Zuwendung eines  konkreten Gegenstandes an eine bestimmte Person. Dieser Gegenstand kann ein besonderes Familienerbstück sein, oder auch ein Pkw oder ein Grundstück. Auch ein bestimmter Vermögenswert in Geld kann vermächtnisweise zugewendet werden. Besonders geeignet ist das Vermächtnis für die Versorgung von Lebenspartnern. Diesem kann der Erblasser beispielsweise ein Wohnrecht oder Nießbrauch einräumen. Denkbar ist auch eine vermächtnisweise Rentenzuwendung (regelmäßige Zahlung eines Geldbetrags).

Siehe auch: VERMÄCHTNIS LEBENSPARTNERSCHAFT

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